Deutsches Zentrum für Schienenverkehrsforschung beim Eisenbahn-Bundesamt

Hinweis zur Verwendung von Cookies

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen zum Datenschutz erhalten Sie über den folgenden Link: Datenschutz

OK

EBA-Forschungsbericht 2018-12: Quantifizierung des Umrüstungsbedarfs der Güterwagenflotten in Deutschland und den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union für verschiedene rechtliche Szenarien

EBA-Forschungsbericht 2018-12, November 2019, 120 Seiten, PDF, ca. 13 MB

Quantifizierung des Umrüstungsbedarfs der Güterwagenflotten in Deutschland und den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union für verschiedene rechtliche Szenarien

Vor dem Hintergrund der Lärmbelastung durch Güterwagen mit Graugussbremssohlen läuft aktuell eine Revision der Technischen Spezifikation für die Interoperabilität (TSI) Noise, die ein Verbot „lauter“ Güterwagen vorsieht.

Einige europäische Staaten planen parallel bereits vorab, national strengere Lärmgrenzwerte einzuführen. Neben den Niederlanden und der Schweiz trifft dies auch auf die Bundesrepublik Deutschland zu. Mit Annahme des Schienenlärmschutzgesetzes durch den Bund wurde ein Verbot aller lauten Güterwagen zum Fahrplanjahr 2021 beschlossen.

Hieraus ergeben sich für den Sektor unterschiedliche Zeithorizonte für die Umrüstung der Güterwagen. So müssen in Deutschland und einigen weiteren europäischen Staaten verkehrende Güterwagen früher umgerüstet werden als solche, die ausschließlich in Ländern ohne Schienenlärmproblematik, die keine entsprechenden ordnungsrechtlichen Maßnahmen vorsehen, verkehren.

Sowohl das Schienenlärmschutzgesetz als auch die revidierte TSI Noise sehen nach aktuellem Diskussionsstand Ausnahmen von dem Verbot vor. Das Schienenlärmschutzgesetz sieht in §§ 4 und 5 unter anderem Ausnahmen für Güterwagen vor, die technisch (noch) nicht umgerüstet werden können sowie für Güterwagen, die auf Steilstrecken verkehren, solange geeignete lärmarme Bremsausrüstungen für Steilstrecken noch nicht zugelassen sind. Außerdem können nicht-lärmarme Güterwagen eingesetzt werden, wenn durch eine niedrigere Geschwindigkeit der Güterzüge oder durch die Ausrüstung bzw. Charakte-ristik der befahrenen Strecke die Emissions- bzw. Immissionsgrenzwerte eingehalten werden.

Mit der vorliegenden Studie werden sowohl der notwendige Umrüstungsbedarf einschließlich der damit verbundenen Kosten für verschiedene Szenarien als auch die durch ein geplantes Verbot „lauter“ Güterwagen entstehenden Belastungen auf die jeweiligen Betroffenen ermittelt. Neben den eigentlichen, einmalig anfallenden Umrüstungskosten wurden auch die jährlich anfallenden höheren Kosten für den Betrieb der lärmarmen, mit Verbundstoff-Bremssohlen ausgerüsteten Güterwagen abgeschätzt. Betrachtet wurden dabei verschiedene Szenarien, die sich hinsichtlich der von einem Verbot lauter Güterwagen betroffenen Länder (Deutschland, Niederlande-Schweiz-Deutschland, Niederlande-Schweiz-Österreich-Deutschland) sowie in Hinblick auf den Zeithorizont (ab Fahrplanwechsel 2020/2021 bzw. 2029/2030) unterscheiden.

Im Pilot- und Innovationsprogramm "Leiser Güterverkehr" wird von einem Anteil ausländischer Güterwagen des deutschen Güterverkehrs von 25 % ausgegangen. Demnach ist es zwingend erforderlich, nicht nur die in Deutschland registrierten Güterwagen für die Umrüstung zu berücksichtigen, sondern auch solche aus dem Ausland.

Downloads