Deutsches Zentrum für Schienenverkehrsforschung beim Eisenbahn-Bundesamt

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Pressemitteilung 07 / 2021 vom: 10.11.2021, Thema: Das DZSF

Die Bahnbranche sichert gut eine halbe Million zukunftsfester Arbeitsplätze in Deutschland

Das Deutsche Zentrum für Schienenverkehrsforschung (DZSF) beim Eisenbahn-Bundesamt hat im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) umfassend untersuchen lassen, welche Beschäftigungswirkung der Bahnsektor entfaltet. Es ist der erste fundierte Überblick über die unmittelbare und mittelbare Beschäftigung in diesem Bereich.

Bild zeigt Zugführer

Die Bahnbranche steht für gut eine halbe Million Arbeitsplätze (Vollzeitäquivalente1) in Deutschland, davon 397.600 direkt im Bahnsektor. Weitere 152.400 Arbeitsplätze (Vollzeitäquivalente) sichert der Bahnsektor durch Nachfrage bei Lieferanten (Erstrunden Effekt2) und entlang der Wertschöpfungskette (Wertschöpfungsketteneffekt3). Über die Hälfte der direkt Beschäftigten arbeitet in den Bereichen Bahnbetrieb und Eisenbahninfrastruktur.

Die vollständigen Studienergebnisse inklusive Methodenbericht hat das DZSF nun auf seiner Website veröffentlicht. Kern der Studie war eine direkte Befragung von mehr als 200 Unternehmen aus dem Bahnsektor. Zusätzlich wurden viele sekundäre Datenquellen ausgewertet (u.a. Unternehmensdatenbanken).

Die Untersuchungen führte die Statista GmbH zusammen mit Dr. Christian Böttger von der HTW Berlin und Prof. Dr. Wolfgang Maennig von der Universität Hamburg im Zeitraum von August 2020 bis Juni 2021 durch. Die Studie ist eine Maßnahme aus dem „Masterplan Schienenverkehr“ des BMVI.

Direkte und indirekte Beschäftigte im Bahnsektor (2019, Vollzeitäquivalente)

Bild zeigt Beschäftigungswirkung

Über die Beschäftigungswirkung hinaus wurden die Unternehmen im Rahmen der Studie zu ihren Zukunftsaussichten, den Auswirkungen der Corona-Pandemie und ihrem Fachkräftebedarf befragt. Der Großteil der befragten Unternehmen blickt positiv auf die kommenden Jahre und erwartet einen Zuwachs der Beschäftigung und der Transportvolumina im Güter- und Personenverkehr. Dafür werden Fachkräfte dringend gesucht. Über die Hälfte der Unternehmen hat bereits jetzt Probleme, Fachkräfte zu finden. Deren Ausbildung sowie die Fort- und Weiterbildung spielen daher eine wichtige Rolle.

Bundesminister Andreas Scheuer: „Die Schiene sichert 550.000 Jobs. Und wir sichern die Schiene. Unsere Studie zeigt, wie enorm bedeutend der Bahnsektor für unsere Volkswirtschaft ist und wie goldrichtig wir damit liegen, die Branche mit unseren Rekordinvestitionen massiv zu unterstützen. Wir betreiben so aktiv und umfassend Beschäftigungs- und Strukturpolitik. Neue Technologien mit hochqualifizierten Jobs machen den umweltfreundlichen Verkehrsträger immer attraktiver. Mehr Jobs, mehr Klimaschutz – die Schiene sichert unseren Wohlstand.“

„Die Bahnbranche ist nicht nur einer der wichtigsten Arbeitgeber in Deutschland, sie bietet enorme Entwicklungsmöglichkeiten in vielen verschiedenen Berufen. Deshalb möchte ich einen Appell an alle Fachkräfte und wechselbereiten Spezialist*innen senden: Kommt zu uns, die Bahnfamilie braucht euch! Wir wollen mit euch die Zukunft der Mobilität in Deutschland gestalten.“, sagt Prof. Dr. Salander, Direktorin des Deutschen Zentrums für Schienenverkehrsforschung zu den Ergebnissen der Studie.

Um einen noch besseren Einblick in die Landschaft der Aus-, Fort- und Weiterbildung im Bahnsektor zu erhalten, hat das DZSF mit der „Analyse der Hochschulausbildung im Schienenverkehrssektor" und der "Analyse der Fort- und Weiterbildung im Schienenverkehrssektor" zwei weitere Studien initiiert. Sie werden Möglichkeiten für den Ein- und Umstieg in die Bahnbranche aufzeigen. Die Ergebnisse werden Anfang 2022 erwartet.

Der Forschungsbericht zur Beschäftigungswirkung ist hier veröffentlicht.

Infobox:
1Vollzeitäquivalente (VZÄ): für eine bessere Vergleichbarkeit zwischen Voll- und Teilzeitbeschäftigten werden die Beschäftigten in Vollzeitäquivalente umgerechnet
2Indirekte Beschäftigung – Erstrunden Effekt: ergibt sich, wenn der Bezug von Vorleistungen bei den direkten Zulieferern Beschäftigung generiert
3Indirekte Beschäftigung – Wertschöpfungsketteneffekt: ergibt sich entlang der Wertschöpfungskette, da direkte Zulieferer wiederum Vorleistungen beziehen