Deutsches Zentrum für Schienenverkehrsforschung beim Eisenbahn-Bundesamt

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Thema: Themenfelder

Wirtschaftlichkeit

Die Wettbewerbsfähigkeit des Verkehrsträgers Schiene zu stärken ist ein wichtiges Ziel der Bundesregierung. Güter- und Personenverkehr auf die Schiene zu verlagern setzt voraus, dass der Transport zuverlässig und ökonomisch sinnvoll ist. Das DZSF untersucht, wie der Schienenverkehr mit Hilfe technologischer Entwicklungen und durch staatliches Handeln effizienter werden und besser  als bisher am Modal Split partizipieren kann.

Kosten, Zeit, Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit sind zentrale Größen, welche die Attraktivität im Güterverkehr bestimmen. Eine zielgerichtete und bedarfsgerechte Entwicklung des Güterverkehrs setzt daher eine tiefgehende Kenntnis der Kundenbedürfnisse und ein Verständnis möglicher Anreizsysteme voraus. Die Steigerung der Zuverlässigkeit und Effizienz von Fahrzeugen erlaubt eine bessere Ausnutzung der vorhandenen Kapazitäten der Infrastruktur, indem Störfaktoren reduziert werden. Zusätzlich werden Kostenspielräume erschlossen und die Planungssicherheit erhöht. Einsparungspotenziale liegen dabei im Einsatz von Technologien, die prädiktiv Verschleiß und Mängel an Bauteilen von Fahrzeugen detektieren und deren Ausfallrisiko ermitteln. Die dazu notwendige Sensorik kann  auf Fahrzeugen, im Instandhaltungswerk wie auch entlang der Strecke implementiert werden. Logistische Konzepte wie der Einzelwagenverkehr oder Systeme zum einfachen Wechsel der Verkehrsträger, z.B. intermodale Systeme für die letzte Meile, sind weiterzuentwickeln. Bei der Weiterentwicklung von Fahrzeugen können zum Beispiel neue Konstruktionsweisen, Verbundmaterialien oder der Einsatz von modernen Steuer- und Regelungssystemen nicht nur Kosten senken, sondern auch die Sicherheit erhöhen.

Verladekran im Containerbahnhof Quelle: LitschauerErwin / Pixabay

Auch im Personenverkehr kann die Eisenbahn attraktiver werden. Die Digitalisierung kann dazu beitragen, z.B. durch Infotainment oder digitales Ticketing. Ein integrales Taktsystem und eine bessere Verknüpfung der Verkehrsmittel tragen zur Planbarkeit bei; das gilt es weiterzuentwickeln. Erforderlich sind auch ganzheitliche Analysen der Bedürfnisse bestimmter Nutzergruppen, wie z.B. älterer und mobilitätseingeschränkter Personen, Familien sowie bestimmter Nutzungsformen des Personenverkehrs (z.B. Nacht- oder Autoreisezüge). Vor diesem Hintergrund sollen Maßnahmen gesucht und bewertet werden, die Kundinnen und Kunden zur Nutzung des öffentlichen Personenverkehrs motivieren.

Durch optimierte Nutzung der vorhandenen Infrastruktur lässt sich die Kapazität im Schienenverkehr steigern. Die Einführung des European Train Control System (ETCS) kann dazu beitragen, muss aber technisch entsprechend hinterlegt werden. Lösungen wie „Moving Block“ oder der Einsatz längerer Züge müssen bewertet  und hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit untersucht werden.

Eine kostengünstige Infrastruktur fördert die Wirtschaftlichkeit des Bahnsystems. Alle Phasen von Planung, Bau über Betrieb inkl. Instandhaltung bis zur Erneuerung müssen dabei gesamthaft untersucht werden. Für eine gewinnbringende Datenhaltung und Informationsverwertung für alle Lebensphasen eines Bauwerks soll in der Bundesverwaltung Building Information Modeling (BIM) angewendet werden. Die Erarbeitung von konzeptionellen und anwendungsorientierten Grundlagen für automatisierte Instandhaltungskonzepte durch Monitoringsysteme ist ebenso relevant wie die Entwicklung von Managementansätzen für die Gesamtlebensdauer einer Anlage unter umfassender Berücksichtigung der Lebenszykluskosten. Ziel ist dabei der flächendeckende Einsatz sogenannter „predictive maintenance“-Ansätze für eine bedarfsorientierte und effiziente Instandhaltung der Infrastruktur. Untersuchungsbedarf besteht auch hinsichtlich der Standardisierung von Infrastrukturelementen, die wesentlich zur Kostensenkung der Schieneninfrastruktur beitragen können.

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