Deutsches Zentrum für Schienenverkehrsforschung beim Eisenbahn-Bundesamt

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Thema: Das DZSF

Das Offene Digitale Testfeld des DZSF

Bild zeigt Streckenplan

Die Einführung von technologischen, betrieblichen und verkehrlichen Innovationen für das Verkehrssystem Schiene in die Praxis wird mit einer Erprobung im Realbetrieb entscheidend gefördert. Das DZSF errichtet deshalb das Offene Digitale Testfeld für die Schienenverkehrsforschung.

Das Offene Digitale Testfeld entsteht im Streckennetz zwischen Halle (Saale) - Cottbus - Niesky. Hier können neue Technologien und weitere Innovationen unter Realbedingungen erprobt werden. Das gilt beispielsweise für den Lärmschutz, den Umwelt- und Klimaschutz oder das automatisierte Fahren.

Das DZSF schließt mit der Einrichtung des Testfelds eine Lücke in der europäischen Forschungslandschaft. Während die vorhandenen Testeinrichtungen vordringlich für die Zulassungsprozesse der Industrie benötigt werden, schafft das Offene Digitale Testfeld spezielle neue Erprobungsmöglichkeiten und Kapazitäten für die Schienenverkehrsforschung. So können Fragestellungen erforscht werden, die auf existierenden Testeinrichtungen nicht umsetzbar sind.

Das Offene Digitale Testfeld wurde am 13. Juli 2021 in Cottbus eröffnet. Die Grundzüge der zukünftigen Zusammenarbeit des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur, der Deutschen Bahn AG und dem Eisenbahn-Bundesamt wurden in einem Memorandum of Understanding skizziert.

Lage im Netz

Bild zeigt Karte zum Offenen Digitalen Testfeld des DZSF Streckennetz und -eigenschaften: Deutsche Bahn AG, Stand Juli 2021. Quelle: © European Union, Copernicus Land Monitoring Service 2018, European Environment Agency (EEA)

In den Bundesländern Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen zwischen Halle (Saale), Cottbus und Niesky angesiedelt, nutzt das Testfeld ca. 350 km Hauptstrecken der DB Netz AG. Auf Grund der Vielseitigkeit des Streckennetzes und der Umgebung können umfangreiche Versuchsbedingungen bereitgestellt werden. Darüber hinaus besteht ein potentielles Ergänzungsnetz, so dass nahezu die gesamte Bandbreite an eisenbahnbetrieblichen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen abgedeckt wird.

Durch die Hochschulen in Cottbus, Dresden, Halle, Leipzig, Merseburg und Senftenberg ist eine unmittelbare Anbindung an die Forschungslandschaft gegeben. Darüber hinaus sind zahlreiche Unternehmen und Forschungsinstitute des Bahnsektors in der Region angesiedelt.

LärmLab 21

Fester Bestandteil des Offenen Digitalen Testfelds ist das LärmLab 21, in dem zur wirksamen Reduzierung von Schall und Erschütterungen geforscht wird. Das LärmLab 21 bietet die Möglichkeit, innovative Techniken, wie z. B. neue geometrische Formen, besondere Materialien von Lärmschutzwänden oder Dämpfungsmaßnahmen gegen Erschütterungen zu erproben und weiterzuentwickeln.

Ziel ist es, die Zahl der anwendungsreifen Maßnahmen für den Lärm- und Erschütterungsschutz zu erhöhen. Neben der technischen Erprobung unter realistischen Bedingungen soll ein intensiver Dialog mit Herstellern, Wissenschaft und Gesellschaft die Forschung für den Lärm- und Erschütterungsschutz unterstützen. So können Innovations- und Migrationshemmnisse frühzeitig identifiziert und die Akzeptanz der Maßnahmen gesteigert werden.

Unabhängige Plattform für Wissenschaft und Wirtschaft

Das Offene Digitale Testfeld wird als unabhängige Plattform gestaltet. Die Zusammenarbeit von Industrie, Forschungseinrichtungen, Infrastrukturbetreibern, Eisenbahnverkehrsunternehmen und Behörden bei der Entwicklung von innovativen Lösungen für den Schienenverkehr wird dadurch langfristig gefördert. Das Offene Digitale Testfeld dient dem DZSF darüber hinaus als Untersuchungsraum für die eigenen vielfältigen Arbeiten der Ressortforschung und für die Durchführung von Projekten im Rahmen der Auftragsforschung. Das DZSF koordiniert die Forschungsaktivitäten auf dem Testfeld und ist zentrale Anlaufstelle für Dritte.

Erprobungen

Das Offene Digitale Testfeld bietet den Raum und die Bedingungen für die gesamte Breite der Schienenverkehrsforschung. Nachfolgende Beispiele verdeutlichen das Potential:

  • Erprobung von Innovationen im Bereich der Fahrzeug-, Antriebs- und Leittechnik,
  • Monitoring von Betriebs-, Verkehrs- und Instandhaltungsprozessen zur Einführung und Optimierung digitaler Innovationen,
  • Automatisierung und Digitalisierung des Personen- und Güterverkehrs,
  • Förderung des Umwelt-, Klima- und Artenschutzes,
  • Forschung zum Lärmschutz an Infrastruktur und Fahrzeugen sowie zum Erschütterungsschutz,
  • Verbesserung der Vernetzung der Verkehrsträger untereinander, Weiterentwicklung und Erprobung von intermodalen, verkehrsträgerübergreifenden Mobilitätsangeboten,
  • Einbeziehung von Anwendern, Nutzern und Anwohnern.

Das Testfeld vernetzt einzelne Forschungsbereiche innerhalb des Bahnsystems und zu anderen Verkehrsträgern.

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